New PDF release: Dirigierte Öffentlichkeit: Die Zeitung als Herrschaftsmittel

By Henning Storek

Die vorliegende Arbeit zur Gleichschaltung und Manipulation der Presse im Dritten Reich verdient unter verschiedenen Aspekten Beachtung. Sie leistet einen Beitrag zu der historisch-politischen Diskussion, die noch vier Jahrzehnte nach dem Zusammenbruch der ersten deutschen Repu blik unvermindert fortdauert, so viele und wichtige Untersuchungen und Darstellungen inzwischen, nicht zuletzt zum Thema Publizistik und NS Regime, erschienen sind. Es handelt sich um einen zentralen Bereich des Machtergreifungs- und Konsolidierungsprozesses, iiber den das na tionalsozialistische Herrschaftssystem so unerwartet rasch und overall in Deutschland durchgesetzt wurde. Die examine der ausgedehnten Litera tur und des teilweise unveroffentlichten fabrics HUH erkennen, welche strukturellen Voraussetzungen lind konkreten Eingriffe jene Gleichschal tung ermoglichten. Dabei tritt eine bemerkenswerte Kontinuitat im Uber gang von der Republik zur Diktatur hervor, die auch fUr andere politische und gesellschaftliche Bereiche der natio'nalsozialistischen Machtbefesti gung bezeichnend erscheint. guy magazine kritisch bemerken, daB dabei die revolutionaren Komponenten im pseudolegal verhiillten ProzeB der Machtergreifung unterschatzt wer de: Folge eines zu engen Revolutionsbegriffs. Doch eroffnet die Hervor hebung des Moments der Kontinuitat zugleich instruktive Einblicke in den Charakter und die Funktion eines Pressewesens, dessen rasch erreichte Lenkbarkeit die Folge einer weitgehenden Selbstgleichschaltung wa- darin typisch fUr die geistige Kapitulation in Deutschland 1933/34. Die iiberwaltigende Rolle, die dabei Druck und Gewalt, Kampfideologie und VerfUhrung, freilich auch Opportunismus, gespielt haben, ist nicht zu iibersehen.

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Vgl. "Mit uns zieht die neue Zeit - der Mythos der Jugend," Hrsg. Thomas Koebner, Ralf-Peter Ja\tz, Frank Trommler, Frankfurt 1985 2 Vgl. I1se Brusis, Gewerkschaftsjugend muss sich den veranderten Anforderungen der Ju gend stellen, in: Gewerkschaftliche Monatshefte 2/1986, Themenschwerpunkt Jugend und Gewerkschaft.

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Ruf zur Schaffung der groBen Not- und Arbeitsmehrheit aller Deutschen, die guten Willens und sachlich orientierten Handelns sind ... " (92). Nachdem die NSDAP Verbtindete in den demokratischen Kraften gefunden hatte und sie formal den Ansprtichen der Konservativen gentigte, griff beim Zentrum, artikuliert in der "Germania", leise Skepsis urn sich, denn Kaas war es in einem politischen Briefwechsel mit Hitler nicht gelungen, Klarheit tiber die politischen Ziele des neuen Kabenetts zu erhalten. Nichtsdestoweniger verfocht das Zentrumsorgan weiter die These von der Notwendigkeit der "Sammlung aller aufbauwilligen Krafte (93).

DafUr war im Rahmen der Abteilung VI der Reichsdramaturg zustandig. VII. Abteilung Ausland Diese und die beiden folgenden Abteilungen fehlten in der originaren Planung, wurden aber spater hinzugefiigt. 56 Die Abteilung VII sollte in erster Linie die vom Ausland eindringenden Nachrichten abwehren oder zumindest filtern und in anderer Richtung eine Art Offentlichkeitsarbeit des nationalsozialistischen Regimes betreiben. VIII. Abteilung Schriftum Die Uberwachung der Produktion (Schriftsteller und Verleger), die Vermittlung und Verbreitung als geeignet befundenen Materials, die Kontrol_ Ie von Buchhandel und Buchereiwesen ressortierte in dieser Abteilung und bildete eine zentrale Schaltstelle der nationalsozialistischen Kulturpolitik (144).

46 Ein iihnliches Votum fUr das Kabinett der sogenannten nationalen Kon_ zentration ist auch bekannt aus Oberschlesien (112). Eine weitere Lucke in der Bestandsaufnahme der nationalsozialistischen Pressepolitik 1933 ist zu konstatieren hinsichtlich der Frage der Verbreitung ausliindischer Zeitungen in Deutschland nach dem 30. Januar 1933. Die verliifHichen Angaben sind sporadisch, sie ergeben kein einheitliches Bild. Eine amtliche Mitteilung nennt fUr den Stichtag 20. Juni 1933 254 ausliindische Zeitungen, die in Deutschland nicht vertrieben wurden; darunter 66 tschechoslowakische, 37 5sterreichische, 31 franz5sische, 24 polnische, 26 Schweizer, acht holliindische und amerikanische, sieben belgigische und ftinf englische (113).

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