Laienkompetenz im psychosozialen Bereich: Beratung — - download pdf or read online

By H. Müller-Kohlenberg

Die Wissenschafts- bzw. Professionsgeschichte in den Disziplinen Psycho­ therapie und Sozialpädagogik/Sozialarbeit betonte lange Zeit in eindimensio­ naler Weise die Fortentwicklung von methodischem Wissen und Können als foundation für eine professionelle Arbeit. Selbst als die "persönliche Beziehung" als wichtiger Faktor erfolgreichen Wirkens bereits bekannt struggle, wurde diese noch als Teil der fachlichen Qualifikation aufgefaßt. Die Verbesserung der Praxis wurde insbesondere von einer Intensivierung der Ausbildung und ei­ ner Revision der Curricula erwartet. Der Blick auf die erfolgreiche Hilfe von Laien schien uninteressant; de­ ren Leistungen, die unübersehbar gewesen wären, wenn guy hingesehen hätte, wurden aufgrund vorgefaßter Denkkategorien nicht wahrgenommen. Empirische Untersuchungen zu diesem Thema wurden zwar punktuell immer wieder veröffentlicht, blieben aber nahezu unbeachtet. Obwohl die hier vorliegende Monographie überwiegend auf empirischen Untersuchungen zur Arbeit und den Arbeitsergebnissen von unausgebildeten Personen im psychosozialen Bereich basiert, stelle ich nur gelegentlich eige­ ne empirische Forschungsergebnisse dar. Es handelt sich vielmehr großen­ teils um die Zusammenstellung von Veröffentlichungen zu diesem Thema, die z.T. bereits Jahre und Jahrzehnte verfügbar sind. Sie wurden aber - wie ich meine - nicht gebührend aufgegriffen und systematisiert, naheliegende Konsequenzen wurden aus den Ergebnissen nicht gezogen. Diese Tatsache verlangt die Erinnerung an Erkenntnisse, die trotz ihrer beträchtlichen Bedeu­ tung, die sie für die Bereitstellung von Hilfsangeboten hätten haben müssen, unberücksichtigt blieben. Das Buch enthält daher eine Sammlung verlorengegangener Studien, die - wenn sie in den richtigen Zusammenhang gestellt werden - sowohl die praktische agency psychosozialer Hilfe wie den theoretischen Diskurs neu beleben müßten.

Show description

Read or Download Laienkompetenz im psychosozialen Bereich: Beratung — Erziehung — Therapie PDF

Best german_10 books

Download PDF by Prof. Dr. Eberhard Stickel (auth.), Prof. Dr. Eberhard: Gabler Wirtschafts Informatik Lexikon

Professor Dr. Eberhard Stickel ist Lehrstuhlinhaber für Wirtschaftsinformatik an der Universität Frankfurt/Oder. Dr. Hans-Dieter Groffmann ist Director Account administration bei der Brokat Informationssysteme GmbH. Professor Dr. Karl-Heinz Rau ist Lehrstuhlinhaber an der Fachhochschule Pforzheim.

Download e-book for kindle: Gleiche Chancen im Sozialstaat? by Lutz Unterseher, Konrad Schacht (auth.), Carl Böhret, Garry

Used to be will move? Die Reihe move will die Aufmerksamkeit auf sozialwissenschaftliehe Da­ ten und Konzepte lenken, die den Politikern und Planem bei der Bestimmung von Reformzielen und deren Begründung helfen können. Dabei soll es vor allem auch darum gehen, die umfangreichen Erfahrungen zu verwerten, die bislang in der Auftragsforschung für die öffentliche Hand gesammelt werden konnten.

Download PDF by Alexander Tarlatt: Implementierung von Strategien im Unternehmen

Oft werden Unternehmensstrategien den in sie gesetzten Erwartungen nicht gerecht, da sie nur ineffizient oder gar nicht umgesetzt werden. Alexander Tarlatt präsentiert ein Konzept, das durch eine prozessuale Vorgehensweise dazu beiträgt, den Erfolg von Strategieimplementierungen zu erhöhen. Es gliedert sich in die Phasen Änderungsanalyse, Implementierungsrealisation, Implementierungskontrolle und Anpassungsanalyse.

Read e-book online Arbeiterjugendliche heute — Vom Mythos zur Realität: PDF

Vgl. "Mit uns zieht die neue Zeit - der Mythos der Jugend," Hrsg. Thomas Koebner, Ralf-Peter Ja\tz, Frank Trommler, Frankfurt 1985 2 Vgl. I1se Brusis, Gewerkschaftsjugend muss sich den veranderten Anforderungen der Ju gend stellen, in: Gewerkschaftliche Monatshefte 2/1986, Themenschwerpunkt Jugend und Gewerkschaft.

Additional resources for Laienkompetenz im psychosozialen Bereich: Beratung — Erziehung — Therapie

Example text

Rztliches Gespräch, 2. Medikation, 3. Mitpatienten, 4. Atmosphäre), kommentiert er die von den Patientinnen und Patienten zum Ausdruck gebrachte Wertschätzung dahingehend, daß diese im Bewußtsein vieler Ärzte einen "eher untergeordneten Platz" einnehmen. "Auch wenn es nicht ausdrücklich vertreten wird, zählen originär ärztliche Tätigkeiten meist mehr. Die Wertungen der Kranken", fährt er fort, "scheinen hier fast angemessener zu sein" (S. 137). Die Brisanz der Evaluationsergebnisse ist dann noch bemerkenswerter, wenn man unterstellt, daß in der Hochschätzung des ärztlichen Gesprächs ebenfalls die positive Bewertung der darin enthaltenen persönlichen Zuwendung durch den Arzt zum Ausdruck kommt.

Wie immer man sich methodisch entscheidet, muß mit Schwierigkeiten und Erhebungsproblemen sowie Verzerrungen gerechnet werden. Aufgrund der genannten Schwierigkeiten läßt sich nur ein allgemeines Bild der Situation zeichnen: Neben dem ehrenamtlichen Potential, das in Wohlfahrtsverbänden arbeitet (zwischen 1,5 und 3 Millionen), besteht ein weiteres Spektrum im sozialen und pflegerischen Bereich, das noch schwieriger quantitativ zu erfassen ist. Noch Anfang der achtziger Jahre gingen die Wohlfahrtsverbände von einem rückläufigen Engagement in der ehrenamtlichen sozialen Arbeit aus.

111; REICHERT 1971, S. 153). Kriterium ist hierbei meist die Ausbildungsdauer. Derartige Versuche einer Quantifizierung qualitativer Merkmale vergröbern meist zu stark, als daß sie wirklich hilfreich wären. Denn wie sich bei der Betrachtung der Effekte des Psychologiestudiums gezeigt hat, bedeutet die Länge des Studiums nicht unbedingt eine Steigerung helfender Fähigkeiten, eher umgekehrt. Insofern kann eine ge zielte Übung - etwa zu empathischem Verhalten (vgl. KALISCH 1971) - die Qualifikation eines subprofessinals entscheidender prägen als das Diplom eines Professionellen.

Download PDF sample

Rated 4.72 of 5 – based on 35 votes