Wolf-Dietrich Bukow's Mitbürger aus der Fremde: Soziogenese ethnischer Minoritäten PDF

By Wolf-Dietrich Bukow

Es ist jetzt schon einige Jahre her, daB einer der bekanntesten Ethnologen, Claude Meillassoux, davor warnte, Arbeitsmigranten vorrangig unter eth 1 nologischer Perspektive zu sehen. "(Es ist) nicht nur eine verfehlte Einsicht in die Realitiit, wenn versucht wird, Arbeitseinwanderer in ihre EthniziHit einzubinden, vielmehr stehen solche Versuche in vollkommener Ubereinstimmung mit einer Politik der Nicht integration von Arbeitseinwanderern und ihren Familien. " Meillassoux kritisiert hier nicht direkt die Ethnologie, sondern die ethnologische Handhabung der Migrationsproblematik in fortgeschrittenen Industriegesellschaf ten. In w itgehender Ubereinstimmung mit der Social anthropology of advanced societies mochte er weg von einer romantisierend-asthetisierenden, ja antiqua risch anmutenden Einstellung, wie sie nicht nur in dies em Zusammenhang be three klagt wird. Bei dieser Einstellung werde der Migrant verkannt, die ihn kenn zeichnenden Probleme wtirden eher verdeckt als erhellt. Die kritisierte Sichtweise sei jedoch insofern interessant, als sie eine bestimmte politische Linie des Um gangs mit dem Arbeitseinwanderer wiederspiegele. Nun haben wir es im vorliegenden Zusammenhang nicht direkt mit ethnolo gischen Arbeiten tiber den Migranten zu tun, sondem einerseits mit sozial wissenschaftlichen und andererseits mit ganz alltaglichen Stellungnahmen. Aber used to be Meillassoux kritisiert, gilt erst recht hier. Vielleicht gerade weil es sich nicht urn ethnologisch fundierte Positionen handelt, treten so etwas wie "Ethnologis males" auf. Besonders in der Bundesrepublik werden immer wieder ethnische Eckdaten in ethnologischer Manier zur Grundlage der Diskussion gemacht. guy behauptet, es seien vor allem die differenten kulturellen Eigenschaften des Mi granten, die seine Lage in der Bundesrepublik so schwierig machten.

Show description

Read or Download Mitbürger aus der Fremde: Soziogenese ethnischer Minoritäten PDF

Similar german_10 books

Prof. Dr. Eberhard Stickel (auth.), Prof. Dr. Eberhard's Gabler Wirtschafts Informatik Lexikon PDF

Professor Dr. Eberhard Stickel ist Lehrstuhlinhaber für Wirtschaftsinformatik an der Universität Frankfurt/Oder. Dr. Hans-Dieter Groffmann ist Director Account administration bei der Brokat Informationssysteme GmbH. Professor Dr. Karl-Heinz Rau ist Lehrstuhlinhaber an der Fachhochschule Pforzheim.

New PDF release: Gleiche Chancen im Sozialstaat?

Was once will move? Die Reihe move will die Aufmerksamkeit auf sozialwissenschaftliehe Da­ ten und Konzepte lenken, die den Politikern und Planem bei der Bestimmung von Reformzielen und deren Begründung helfen können. Dabei soll es vor allem auch darum gehen, die umfangreichen Erfahrungen zu verwerten, die bislang in der Auftragsforschung für die öffentliche Hand gesammelt werden konnten.

Implementierung von Strategien im Unternehmen - download pdf or read online

Oft werden Unternehmensstrategien den in sie gesetzten Erwartungen nicht gerecht, da sie nur ineffizient oder gar nicht umgesetzt werden. Alexander Tarlatt präsentiert ein Konzept, das durch eine prozessuale Vorgehensweise dazu beiträgt, den Erfolg von Strategieimplementierungen zu erhöhen. Es gliedert sich in die Phasen Änderungsanalyse, Implementierungsrealisation, Implementierungskontrolle und Anpassungsanalyse.

Download e-book for iPad: Arbeiterjugendliche heute — Vom Mythos zur Realität: by Franz Grubauer

Vgl. "Mit uns zieht die neue Zeit - der Mythos der Jugend," Hrsg. Thomas Koebner, Ralf-Peter Ja\tz, Frank Trommler, Frankfurt 1985 2 Vgl. I1se Brusis, Gewerkschaftsjugend muss sich den veranderten Anforderungen der Ju gend stellen, in: Gewerkschaftliche Monatshefte 2/1986, Themenschwerpunkt Jugend und Gewerkschaft.

Extra info for Mitbürger aus der Fremde: Soziogenese ethnischer Minoritäten

Example text

Ligura 113 iibersieht freilich bei der Auswertung dieser Beobachtung, daB es sich um eine situationsspezifische Form der Artikulation von Ehrerbietung handelt 114. Was sie an dies em Beispiel fiir kulturell anders und fiir kognitionstheoretisch riicksHmdig erachtet, ist in Wahrheit substantielles Merkmal ehrerbietigen Verhaltens. Zwar nicht genau diese Form des Ehrerbietens, aber eben vergleichbare Phiinomene sind aus unserer Kultur nur zu vertraut; sie driickt dabei das gleiehe mit anderen Mitteln aus.

2 Zur Toleranzbreite interner Differenzierung Mit der Behauptung eines allgemeinen gesellschaftsformationsbedingten Desinteresses an soziokultureller Differenzierung muB eine andere, nur scheinbar gegenlaufige Erscheinung verbunden werden. Neben in verschiedenen Bereichen konstatierbaren Egalisieungsanstrengungen sind namlich auch Differenzierungsvorgange zu beobachten, die offenbar die erste Tendenz kontrastieren, Vorgange, die auf soziokulturelle Veriationen zielen und auf Vervielfaltigung des M6glichen drangen.

2. Die bisher skizzierten Differenzen waren letzten Endes von den systemischen Bedingungen der Gesellschaft selbst bewirkt. Insoweit mtissen die unterschiedlichen soziokulturellen Besilinde unmittelbar im Zusammenhang mit dem gesellschaftlich Gebotenen gesehen werden. Die in diesem Rahmen zu verrechnenden Differenzierungen sind in ihrer Bandbreite notwendig begrenzt. Sie sind allemal system-ursprtinglich erwirkter soziokultureller Bestand. Unsere Behauptung oben war jedoch anspruchsvoller formuliert.

Download PDF sample

Rated 4.29 of 5 – based on 15 votes