Parteijugend in Deutschland: Junge Union, Jungsozialisten by Wolfgang R. Krabbe PDF

By Wolfgang R. Krabbe

Während die Ansätze zur Bildung von Partei-Jugendorganisationen in der SBZ von dem Verbot der Militärregierung erstickt wurden, konnten Unionsparteien, Sozial- und Freidemokraten in den Westzonen Nachwuchsverbände ins Leben rufen. Sie entwickelten sich aus der Ausgangsstufe des "Rekrutendepots". Ihre Aufgabe warfare die Erfüllung von Funktionen, die ihnen ihre Referenzparteien aufgetragen hatten : Werbung, politische Schulung und Einführung in die praktische Politik. Schon Mitte der 5O-er Jahre begann bei Junger Union und Jungdemokraten - die Jungsozialisten folgten ihnen erst ein Jahrzehnt später - die Politisierung. Auf dem Entwicklungsstand der Politischen Jugend definierten sie ihre Aufgaben stärker aus dem Selbstverständnis, das sie gewonnen hatten: Karrierebasis für Parteiämter und Mandate, discussion board politischer Richtungsdiskussionen und Katalysator gesellschaftlicher Strömungen. Jungsozialisten und Jungdemokraten führte dieser Prozess seit 1969/7O unter dem Einfluss der APO zu einer Radikalisierung, die auf ihr Verhältnis zur SPD bzw. FDP polarisierend wirkte. Auch in diesem Stadium der "politischen substitute" fanden sich beide Verbände durch den grundlegenden Konsens aller Partei- Jugendorganisationen legitimiert, Gralshüter der reinen Lehre ihrer Partei zu sein. Die Selbstmarginalisierung beider Verbände, die Ablösung der Jungdemokraten durch die Jungliberalen, der Regierungswechsel zur christlich - liberalen Koalition und das Aufkommen der die Jugend faszinierenden grünen Bewegung beendeten nach 198O die Blütezeit der Parteijugend.

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Professor Dr. Eberhard Stickel ist Lehrstuhlinhaber für Wirtschaftsinformatik an der Universität Frankfurt/Oder. Dr. Hans-Dieter Groffmann ist Director Account administration bei der Brokat Informationssysteme GmbH. Professor Dr. Karl-Heinz Rau ist Lehrstuhlinhaber an der Fachhochschule Pforzheim.

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Franz Grubauer's Arbeiterjugendliche heute — Vom Mythos zur Realität: PDF

Vgl. "Mit uns zieht die neue Zeit - der Mythos der Jugend," Hrsg. Thomas Koebner, Ralf-Peter Ja\tz, Frank Trommler, Frankfurt 1985 2 Vgl. I1se Brusis, Gewerkschaftsjugend muss sich den veranderten Anforderungen der Ju gend stellen, in: Gewerkschaftliche Monatshefte 2/1986, Themenschwerpunkt Jugend und Gewerkschaft.

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Einiibung in den offizieUen Parteikurs und in politisehe und parlamentarisehe Verhaltensweisen wurden yom SPD-Vorstand und yom Zentralen Arbeitsaussehufi als Sehwerpunkt der luso-Arbeit ausgegeben. I33 Allerdings soUte es vermieden werden, dafi die Kaderbildung aUeiniger Zweek der Jungsozialisten wurde. Dies sollte eben so vermieden werden wie die Umwandlung der Jugendorganisation in eine reine Massenbewegung. 134 Parteisehulung und politisehe Bildung hatten den Jungsozialisten jenes Wissen einzupragen, das sie als Vertreter der Frontgeneration in den zwolf Jahren der Diktatur entbehren mufiten.

Mai 1947 vorwiegend die Verfassungsfrage und empfahl der Arbeitsgemeinschaft von CDU und CSU, eine Reihe von Forderungen zu den ihren zu machen. 46) JU Westfalen-Lippe (wie Anm. 24. 353 (fUr das Folgende). Bier hatte sich besonders stark die bayerische JU engagiert; s. 205 und Birkl (wie Anm. I O. sein, entwarf sie die Eckdaten fiir eine Konstitution, die sich im Grundgesetz von 1949 weitgehend wiederfanden: demokratischer Bundesstaat auf der Grundlage der (in der Weimarer Zentrumspartei noch umstrittenen) Volkssouverlinitllt, Rechtsstaat auf der Grundlage der Menschen- und BUrgerrechte sowie der Gewaltenteilung, Zwei-Kammersystem unter EinschluB einer Llinderkammer, parlamentarische Regierungsform und ein (nicht verwirklichtes) Mehrheitswahlrecht, welches - wie es die Partei-lugendverblinde der republikanischen Parteien Weimars gewUnscht hatten - das Yolk mit seinen Reprasentanten in nahere Beziehung bringen soIIte.

Parteitag der SPD in Ntirnberg konnten die Delegierten im FrUhsommer 1947 bereits tiber erste Erfolge der Jungsozialistenarbeit informiert werden. Ollenhauer kritisierte indes das Verhalten zahlreicher Parteifunktionare, die den erwtinschten Mechanismus blockierten, junge Genossen, die durch Schulung an die praktische Parteiarbeit herangefUhrt wOrden, in Funktionsstellen aufsteigen zu lassen. Hermsdorf versuchte, noch mi13trauische altere Parteigenossen zu beruhigen, da13 die Parteijugend nun wirklich keine Sonderorganisation mehr bilde, sondem voll in die Partei integriert sei.

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