Ferdinand von Schirach's Schuld: Stories PDF

By Ferdinand von Schirach

Ein Ehemann quält jahrelang seine junge Frau. Ein Internatsschüler wird quick zu Tode gefoltert. Ein Ehepaar verliert die Kontrolle über ihre sexuellen Spiele. Ein Mann wird wegen Kindesmissbrauchs angeklagt. Leise, aber bestimmt stellt Ferdinand von Schirach die Frage nach der Schuld des Menschen.

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SpielernaturenJernau Morat Gurgeh ist der beste Spieler in der KULTUR, und in allen Spielen ist er unschlagbar. Da hört er von dem Spiel Azad, das alle acht Jahre in Groasnachek in der Großen Magellanschen Wolke gespielt wird, dem Herrschaftsbereich des Imperiums. Gurgeh soll für die KULTUR an dem Spiel teilnehmen.

New PDF release: Die Show (Roman)

Eigentlich ist es ein ganz normaler Tag im August des Jahres 1963: Der kleine Ort Grandville ächzt unter der Sommerhitze, während zugleich eifrig Vorbereitungen für die große »Vampirshow« – eine paintings Dracula-Musical – getroffen werden, die am Abend stattfinden soll. Doch es ist der Tag, der das Leben dreier Jugendlicher für immer verändern wird.

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Sie wurden entlassen. Der Fall wurde nicht aufgeklärt. Sie hatten alles richtig gemacht. Neunzehn Jahre lang hatten sie alles richtig gemacht. Von dem Geld des Toten hatten sie eine Wohnung gemietet, später waren sie in ein Reihenhaus gezogen. Sie hatten aufgehört zu trinken. Nina war Verkäuferin in einem Supermarkt, Thomas arbeitete bei einem Grossisten als Lagerverwalter. Sie hatten geheiratet. In dem Jahr hatte sie einen Jungen bekommen, ein Jahr später ein Mädchen. Sie kamen zurecht, es lief gut.

Paulsberg war jetzt 48. Er besaß in Deutschland und Österreich siebzehn große Ladengeschäfte, teure Bekleidung für Herren. Sein Urgroßvater hatte die Strickwarenfabrik hinten im Tal gegründet, Paulsberg hatte alles über Stoffe und Schnitte schon als Kind gelernt. Er hatte die Fabrik verkauft. Er dachte an seine Frau. Sie würde alle unterhalten, elegant, schmal, hinreißend. Sie war 36, Anwältin in einer internationalen Kanzlei, schwarzes Kostüm, die Haare offen. Er hatte sie im Flughafen in Zürich kennengelernt.

Der Junge verbeugte sich, er hielt die Münzen in der Hand, er sah Henry an, und Henry dachte, dass er schon jetzt verloren habe. Irgendwann sagte der Vater, es sei schon spät, sie hätten noch die lange Rückfahrt vor sich. Als sie die Allee herunterfuhren, sah Henry, wie seine Mutter sich im Wagen noch einmal zu ihm umdrehte und winkte. Er sah ihr Gesicht durch die Scheibe, er sah, wie sie mit seinem Vater sprach, ihr roter Mund bewegte sich lautlos, er würde sich immer bewegen, und plötzlich begriff er, dass er es nicht mehr für ihn tat.

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